Kleine Dellen am Flugzeug ausbeulen

  • Hallöle zusammen,


    Leider hat ja ein Servodefekt die Flugfähigkeit meines frisch wieder aufgebauten Doppeldeckers etwas beeinträchtig , so dass er sich senkrecht in den Boden gestanzt hat.

    Nun versuche ich diesen wieder aufzubauen.


    Hilfsmittel bisher: viel Klebeband, Holzreste , Schaschlikspieße und jede Menge Uhu Express.


    Reparaturkosten bisher ( 16.06.2021) : ca. 3 € an Klebstoff und 0,20 € Spieße und etwa 3 Stunden Arbeitszeit


    Die Wiederherstellung der Tragflächen ist bereits abgeschlossen . Leider hatte ich nicht die richtige Farbe an Folie , so dass ich nun überlege es erst mal so bunt zu lassen , oder den gesamten Flieger in neuer Farbgebung zu bekleben.


    Nach Instandsetzung der Flächen bearbeite ich nun den Rumpf von hinten nach vorne und ersetze bzw. verstärke beschädigte Stellen.


    Für den Wiederaufbau des vorderen Rumpfbereiches haben sich " Schaschlikspieße" als sehr effizient erwiesen .


    Diese werden über Rundbohrungen mit einer neuen Front- und Motorplatte verbunden und zusätzlich dann mit Querstreben verstärkt.


    Da Der Rumpf nun von Hinten bis zur hinteren Tragflächenaufnahme fertig ist , geht es nun an die vordere Tragflächenaufnahme und das Fahrwerk.

    Hier sind im Moment erhebliche Schwierigkeiten aufgetreten , da noch keine Haltepunkte durch den zerstörten vorderen Rumpf gegeben sind.


    Ich werde wohl erst die Frontplatte ausarbeiten müssen um dann einen tragfähigen Haltpunkt erstellen zu können.


    Um die Frontplatte zu erstellen habe ich 2 x 4 mm Sperrholz aufeinander geklebt und dann mit der Stichsäge rund ausgesägt.

    Somit ist diese dann stabil genug als Motorträger und auch als Haltepunkt für die äußere Struktur und den inneren Neuaufbau.


    Mal sehn wie es sich weiter entwickelt. Ich werde dann berichten.

  • Wir machen Fortschritte.

    Nachdem nun die Frontplatte erstellt und verklebt wurde , sowie die Fahrwerkshalterung

    eingebaut wurde bekommen wir langsam wieder die Form eine Flugzeuges und eine gewisse Stabilität.

    Jetzt muss noch die Innere Struktur verstärkt werden und im Frontbereich die Balsaummantelung aufgearbeitet werden.

    Der Aufbau für die obere Flügelpartie muss ebenfalls noch neu geformt werden und dann kann es bald wieder in die Luft gehen.

  • Jo , der verlässt mich eigentlich fast nie .


    Aber nun stehe ich vor dem Problem die Halterung für die obere Tragfläche zu bauen .

    Im Moment ist da aber nur Luft , und daran lässt Sie sich schlecht befestigen.


    Sie war vorher an 2 Metallbügeln befestigt , welche in einem Trapez zwischen 2 Rundbögen verschraubt war, und das fehlt mir alles .


    Muss mal schauen was ich da bauen kann.

  • Hallo Sascha,


    der Rumpf ist tatsächlich etwas verbeult, tut schon beim Hinsehen weh.


    Soweit ich das auf den Bildern sehe, waren die Tragflächen-Bügel im Urzustand an "Zungen" aus Holz an Spanten verschraubt. Diese Zungen scheint es nicht mehr zu geben, weil die oberen Spantbereiche mit den Zungen ausgebrochen sind. Das in der urprünglichen Form zu reparieren, dürfte sehr schwer werden. Egal wie die Reparatur letztlich ausgeführt wird, es muss m.E. immer eine Krafteinleitung von den Tragflächen-Bügeln in die Rumpf-Struktur (sprich in die Spanten) erfolgen.


    Ein Weg ohne die "Holzzungen" wäre eine massive "Brücke" aus Holz (z.B. Kieferleiste 20 mm x 10/15mm) mit den noch vorhandenen Spanten-Enden zu verkleben. Wichtig ist eine ausreichende Dimensionierung, damit eine große Klebefläche entsteht. Am besten wäre noch eine zusätzliche Verstiftung mittels Holzdübel (Teilstück der Schaschlikspieße), der in eine Spant-Bohrung eingeführt wird, damit vertikale Zugkräfte aufgenommen werden können. Ggf. die "Holzbrücke" mit Sperrholz auffüttern, damit die Tragflächen-Bügel in der korrekten Höhe montiert werden können. Auf dieser passend konstruierten "Holzbrücke" könnten dann die Tragflächen-Bügel verschraubt werden (zwei Löcher in den waagerechten Teil der Bügel bohren).


    Bei solchen Rumpfschäden im Bereich der "tragenden" Bauteile muss man leider sehr genau überlegen, ob man die "Operation am offenen Herzen" tatsächlich wagt und hierbei einen gangbaren Weg für die Krafteinleitung in den Rumpf findet. Man muss auch an die u.U. verbauten Bereiche rankommen.


    Vielleicht funkioniert das mit der "Holzbrücke" ja. Viel Erfolg.


    Grüße


    Dirk

  • Danke Dirk ,


    da hast Du sehr recht.


    Ich glaube aber ich habe das Problem erkannt und gebannt.


    Ich habe nun 2 neue Spanten gezogen aus 4 mm Sperrholz.


    Diese wurden dann längs verklebt und von unten gestützt und ebenfalls verklebt.


    Gleichzeitig benutze ich die Stützwand für den Einbau des Akkubrettchens , damit dieser mit Gurten befestigt werden kann .


    Jetzt kommt nochmals etwas schwieriges. ich muss einen abnehmbaren Deckel konstruieren , der einfach herausnehmbar ist , aber gleichzeitig beim Fliegen nicht " fliegen" geht.


    Entweder baue ich eine Verschraubung , oder eine Verriegelung. mal schauen.

  • Hallo Sascha,


    sehr schön, das sieht gut aus. Auch die Krafteinleitung sollte i.O. sein, wenn die Verklebung zwischen den Hilfsspanten und der Befestigungsleiste für die TF-Bügel ausreichend stabil ist (sonst einfach mit Epoxi großzügig nachkleben).


    Das ist das Schöne an Holz, man kann sehr viel reparieren und ausbessern.


    Grüße


    Dirk

  • Jaaaaaa , ich will gar nix mehr aus Schaumstoff haben .


    Der Easy Glider den ich letztes Jahr geplättet habe war nicht mehr zu reparieren.


    Dabei kommt es gar nicht auf den Preis an .


    Aber ich hatte jetzt so viel Spaß den Doppeldecker wieder zu restaurieren , das glaubste nicht .


    Und ich hatte den bereits vorher mit Frontschaden gekauft und danach war er fast wie neu.


    Aber jetzt sieht es doch etwas anders aus. Er ist fast fertig , aber ein großes Problem gibt es , was ich wahrscheinlich nicht selber lösen kann.


    Die Propellerverkleidung ist defekt und ich müsste eine neue formen. Hierzu bräuchte ich jemand der mir Halbkreis - Hölzer ausfräsen kann

    um eine Form zu bauen.


    Halbkreise aus dem Grund das man nicht 2 qm Holz brauch sondern nur ein bisschen. Die Halbkreise können dann übereinander ausgefräst werden und

    man klebt Sie versetzte übereinander.


    Nach etwa 5 cm Höhe durch eine Anpassung des Radius verjüngt sich das ganze dann und wir hätten eine Haube. Da diese aber wahrscheinlich zu schwer wäre,

    mitKlarsichtfolie straff umspannen und Epoxid und Gewebe darüber legen .


    Schon haben wir eine erstklassige Form um die Propellerabdeckung neu zu formen .


    Das aber mit nem Teppichmesser auszuschneiden ist leider keine Option.


    Falls also jemand eine Phräse / CNC- Phräse hat , gerne melden :-).


    LG


    Sascha

  • Hallo Sascha,


    nicht aufgeben. Das Problem könnte ohne zeitaufwendige CNC-Fräsarbeit mit einer Motorhaube in GFK-Positiv-Bauweise gelöst.


    Nimm als Basis einfach Styrodurplatten (kein Styropor), schneide mehrere runde Platten im Durchmesser der Motorhaube aus, bis die Einzelplatten übereinander gelegt die benötigte Höhe erreichen. Platten aufeinander kleben und dann die Vorderkante abrunden. Anschließend das Positiv aus Styrodur mit GFK-Matten belegen. Abschließend das Styrodur entfernen. Entweder mechanisch entfernen oder Nitro-Verdünnung draufschütten, bis sich alles aufgelöst hat. Einzig die Sternmotor-Attrappe fehlt. Die müsste separat gebaut und aufgeklebt werden. Gibt es aber auch als Fertigteil in diversen Shops ab 20 € aufwärts je nach Durchmesser.


    Styrodur ist billig, lässt sich hervorragend mit dem Cutter-Messer schneiden und ebenfalls super schleifen. So kann man günstige Ur-Modelle für den GFK-Abzug herstellen. Allerdings nur für Unikate, da die Form verloren geht.



    Grüße


    Dirk

  • Supi Dirk ,


    das geht natürlich viel schneller als mit Holz.


    Ich dachte ( natürlich irrtümlicherweise ) , dass mit Holzringen lösen zu müssen.


    Ich hatte versucht die alte instand zu setzen, da fehlte fast die Hälfte , war aber nicht der Hit.


    Auch wenn man es aus 30 Meter Entfernung nicht sieht , so bin ich nicht zufrieden damit.


    Ich versuche das mal mit dem Styro. ich habe auch noch Depron oder epp , vielleicht geht es auch damit

  • Erhebliche Verbesserung der Dellen sind abgeschlossen.


    Ich habe eine "gute Lösung " für die fehlende Motorhaube gefunden .

    Nachdem das Teil als Ersatzteil nicht mehr lieferbar ist , habe ich nach etwas mit gleichem Umfang gesucht.

    Und siehe da , ich wurde im Garten fündig .

    Ein Plastik Einleger für Blumentöppfe hatte die idealen Grundmaße.

    Nach ein bisschen ausprobieren habe ich mich dann für eine Schummelei entschieden.

    Hauptsache praktisch und passt.


    Motor ist eingebaut , Technik ebenfalls.


    Nun noch die Servos wieder anschließen , die Querruder neu einbauen und einen Deckel für den Frontbereich basteln .


    Am Wochenende kann dann vielleicht wieder gestartet werden.


    Freue mich :-)

  • Nachdem jetzt auch die Querruder wieder eingeklebt sind , die Servos alle verbunden wurden fehlt jetzt nur noch die Abdeckung.


    Hierbei habe ich mich entschieden diese gerade zu machen , zumindest vorerst . Das ist schnell gemacht und hat wenig bis keinen Einfluss auf das Flugverhalten .

    Da ich optisch nicht mehr wirklich etwas herausholen kann , muss auch das letzte Detail nicht stimmen . Hauptsache es macht Spaß in der Luft und fällt nicht auseinander.


    Nun habe ich einmal die Kosten überschlagen .


    Die teuerste Position der Instandsetzung Flugzeug waren ( außer der Elektronik ) selbst - sichernde Muttern . Hiermit habe ich alle alten Verschraubungen ersetzt. Bereits bei einem vorherigen Flug hatten sich sowohl am oberen wie am unteren Flügel fast alle Halterungen gelöst , da dort nur normale Muttern verbaut waren . Eine Empfehlung an jeden der seinen Flieger nicht dauernd auseinander nehmen muss . nehmt selbssichernde Muttis .


    Kosten für Schrauben und Muttern etwa 5 €

    Uhu Holz Extra etwa 3 €

    1 Sperrholzplatte etwa 2 €

    Epoxy Kleber etwa 2 €


    Dazu an Elektronik :


    Neuer Motor etwa 20 €

    2 neue Servos ( 1 war ja abgebrannt) Altbestand aus Easy Glider


    Unterm Strich also etwa +- 50 € und etwa reine 15 Arbeitsstunden


    Ob die ganze Reparatur nun im Verhältnis zu einem "neuen oder neu gebrauchten " Flieger steht kann ich nicht sagen .

    Mir kam es eigentlich auch nur darauf an auszutesten ob ich das hinbekomme oder nicht . Für jeden richtigen Modellbauer ist das selbstverständlich

    "Murx" , da es weder originalgetreu , noch mit der Passion betrieben wurde die man dann dazu benötigt.


    Aber das ist mir nicht wichtig . Schön fliegen soll er der Kleine.


    Danke für eure Anregungen und Ideen.

  • Hallo Sascha,


    herzlichen Glückwunsch. Prima gemacht. Ich habe mir nochmal die Bilderserie angeschaut. Ein kleiner Bereich könnte beim Erstflug nach der Reparatur u.U. Ärger machen, man steckt natürlich nicht drin. Auf den Bildern sieht das so aus, als hätte die Leiste für die Befestigung derTragflächen-Bügel im Bereich des vorderen Hilfsspants nur die Schmalseite als Klebefläche zum Hilfsspant. Eventuell wäre es ratsam, hier noch etwas großzügiger mit Epoxi zu kleben, damit eine sichere Verbindung zum Hilfsspant besteht. Kann man per Ferndiagnose aber relativ schlecht beurteilen. Wenn sich das stabil anfühlt, auf zum Erstflug.


    Grüße


    Dirk

  • Hallo Dirk ,


    danke für den Hinweis .


    Ich packe sicherheitshalber überall nochmal ein bisschen Kleber drauf.


    Aber der vordere Bügel der Tragfläche ist komplett mit dem Senkrechtstehenden Stützpfosten für das Fahrgestell und das Akkubrett verklebt ,

    so dass hier kein Spielt und keine Ablösung zu erwarten ist.


    Des weiteren besteht zusätzlich noch Halt durch die Verbindungen der unteren mit den oberen Flächen .


    Wenn ich den Doppeldecker unter der oberen Tragfläche anhebe , kann ich ohne Probleme damit spazieren gehen .


    Allerdings kenne ich nicht die genaue Krafteinwirkung in der Luft.

  • Nix ab in die Luft .


    Probleme bei der Querruderverbindung .


    Die neu gestaltete Verbindung der Servoübertragung von unten nach oben funktioniert nicht .


    Durch die Verwendung von 2 Ruderhörner Untereinander blockiert das obere Querruder den Weg des unteren Querruders nach unten .

    Bei der Umkehr des Ausschlages nach oben , drückt sich das obere Querruder nun aber nicht hoch , sondern weiter nach unten und bricht fast aus der Halterung .


    Im Flug wäre das Katastrophe.


    Nun muss ich eine Lösung haben , bei welcher das, bzw. die oberen Querruder einfach nur ein Öse nach Außen für die Halterung der Servostange bieten.