Servokabel crimpen? oder löten

  • hat jemand von euch schon mal die MR 30 Stecker ausprobiert/eingebaut?

    Habe bei der SHK als Hauptstromversorgung pro Akku 1x XT 30 im EInsatz. Sind die gleichen Steckern nur halt mit 2 statt 3 Polen. Du kannst dir sicher sein, dass die nicht auseinander gehen und du bekommst die Kabel vernünftig angelötet.


    Aber dass die zu stramm sind kann ich nicht bestätigen (zumindest nicht für die Hauptsromversorgung)


    Probier es einfach mal aus :thumbup:

  • Das ist so nicht richtig! Viele haben das früher gemacht und machen das auch heute noch so.

    Den entscheidenden Hinweis habe ich ja oben schon gegeben. Es muß ein genügend langes Stück Schrumpfschlauch über den Stecker/Buchse bis deutlich hinter die Lötstellen geschrumpft werden, damit eine Bewegung unmittelbar an der Lötstelle minimiert wird. Der Schlauch sollte auch ein wenig dicker sein als üblich, damit er nach der Schrumpfung biegesteif wird.


    Ich kann nur von mir sprechen, habe da noch nie ein Problem gehabt und ich habe wirklich sehr viele 2mm-Steckverbindungen im Einsatz.


    Gruß Volker

  • Was noch GEGEN das Löten spricht, ist zumindest bei den üblichen PVC-Kabeln die Entwicklung von Salzsäure beim Erhitzen. Kupferkabel mögen das nicht wirklich.


    Es hat schon seine Berechtigung, wenn der Maschinenbau JEGLICHES Verzinnen oder Verlöten von Kabelenden VERBIETET.

    Zu Zeiten, als unsere älteren Vereinsmitglieder "Löten in der Industrie" gelernt haben, gab es noch nicht die "Anerkannten Regeln der Technik", so heißt der Fachbegriff.


    Auch im Automobilbau gibt es keine Lötstellen! Warum wohl?


    Natürlich kann man Kabel verlöten, aber warum sollte man, wenn es Besseres gibt?

  • Ich lerne gerne von anderen.

    Kann meine eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse dafür leider aber nicht über Bord werfen. Goldstecker und Servokabel werde ich niemals mehr aneinander löten.

  • Hallo Paul,

    Ich weiß ja das du ungern von deinen Argumenten abrückst.

    Aber, man sollte auch nicht immer Äpfel mit Birnen vergleichen.

    Warum sage ich das?

    Weil Vorgänge in der Industrie sich nicht auch automatisch gleichzeitig im privaten Bereich bewähren bzw. sinnvoll sind.

    Ich kenne die Krimptechnik auch aus der Industrie (war länger dabei als du). Man sollte aber wissen das dort in der Regel keine vorgefertigten Kabel möglich sind. Die umfangreiche Verkabelung der Prozeßperipherie mit Schaltschränken und Baugruppen wird mit Einzeladern von der 1000m-Rolle gemacht, da muß natürlich jede Steckverbindung einzeln angefertigt werden und ja, das Krimpen ist dort sinnvoll und bewährt, neben anderen Techniken, auch weil es schneller und wirtschaftlicher zu machen ist als ein gelöteter Stecker.

    Im Automobilbau ist es so, das keine Einzeladern sondern komplett vorgefertigte Kabelbäume mit fertig konfektionierten Steckern verwendet werden. Auch hier gibt es natürlich keinen vernünftigen Grund aufwändige Lötstecker anzubringen.

    Im Modellbau (zumindest bei mir) ist aber jede Verkabelung eine Einzelanfertigung die individuell verschiedene Stecksysteme und Kabel Querschnitte kombinieren muß.

    Warum kannst du es nicht einfach akzeptieren das in diesem Bereich das Löten seine Berechtigung hat und das Krimpen in der Regel nicht Zielführend ist?

    Vielleicht bist du ja bei deiner Platinentechnik ohne Löten ausgekommen und hast alles nur gekrimpt, aber das ist ja eher auch ein Sonderfall und nicht zu verallgemeinern.

    Gruß Volker

  • Hallo Volker,


    in weiten Bereich hast Du NICHT UNRECHT!


    Geht es aber um Servostecker und Servobuchsen, dann ist Crimpen mit guten Kontakten gegenüber löten kein Nachteil, oder?

    Wenn ich eine neue Verbindung erstelle, kann ich fertige (gecrimpte clap) Servokabel nehmen und sie auf die passende Länge einkürzen. Dann das andere Ende z.B. an einen MPX-Stecker ANLÖTEN. Kann man dann mit Schrumpfschläuchen isolieren und Stützen. Ich mach keine Schrumpfschläuche drüber, sondern vergieße den Lötbereich mithilfe einer kleinen Metallform und Heißkleber. Zusätzlich mit einem Führungsröhrchen, um scharfe Knicke am Gehäuseübergang zu vermeiden. Auch das geht schneller als mit sechs einzelnen Schrumpfschläuchen.

    Benötige ich ein Tragflächenkabel, dann verzichte ich auf eine zusätzliche Lötverbindung (Salzsäure aus PVC-Isolierung) und crimpe sofort einen Stecker am Ende an.


    Ansichtssache:

    Ich löte meine Servos nicht an einen Kabelbaum, sondern mache das Servo steckbar. Mit einer Klammer wird die Steckverbindung gesichert. Auch klebe ich niemals Servos in die Tragfläche, sondern baue sie mit einem Servorahmen ein.


    Vorteil:

    Wenn im Gebirge ein Servo seinen Dienst quittiert, kann ich es am Berg tauschen.


    In der Industrie werden, falls keine gecrimpten Anschlüsse zum Einsatz kommen können, Aderendhülsen angepresst. Und das bereits mehr als 40 Jahren.


    Nun alles zu Deiner Zufriedenheit?


    mfg Paul

  • Hi Paul,


    gestern habe ich durch Zufall mit einem Elektroniker gesprochen:


    Löten ist (für Ihn) blöd, da die Lösung nicht "modular" ist. Im Hobbybereich kämen hier wohl auch öfters kalte Lötstellen zustande.


    Wir haben uns darauf geeinigt, dass die Schwachstelle am Kabel immer an eine Querschnitts- oder Härte-Änderung ist (sowohl beim Löten als auch beim Crimpen).


    Er gab den Anstoß sowas wie Wago-Klemmen zu verwenden (haben auf die Schnelle nur die Wago 231-002 gefunden, die ist aber noch zu groß und schwer). Die sollen auch mit Litze funktionieren. Durch das betätigen eines Knopfes kann man die Litze lösen. Die Lösung soll auch vibrations- und schlagfest sein. Was bei Oxidation passiert weiß ich nicht.


    In der Industrie werden, falls keine gecrimpten Anschlüsse zum Einsatz kommen können, Aderendhülsen angepresst. Und das bereits mehr als 40 Jahren.

    Von Aderendhülsen hält er wenig, da durch Sie in der Regel die Fläche zur Übertragung des Stromes kleiner wird. Bei Verbindungen (die nicht dauernd getrennt werden) sehe ich hier auch keinen Mehrwert.


    Ich löte meine Servos nicht an einen Kabelbaum, sondern mache das Servo steckbar. Mit einer Klammer wird die Steckverbindung gesichert. Auch klebe ich niemals Servos in die Tragfläche, sondern baue sie mit einem Servorahmen ein.

    Das ergibt Sinn, wenn man immer eine Ersatzservo dabei hat. Ansonsten repariere ich nicht auf dem Flugfeld.

  • Hallo Felix,


    zwei Dinge:

    1. Aderendhülsen sind nun mal Vorschrift. Erleichter auch das sichere Einfäden von Flexkabeln in Reihenklemmen. Ist im Modellbau nicht üblich und eher überflüssig. War auch nur als Beispiel für verschiedene Verbindungsmethoden gedacht.


    2. Ersatzservos tausche ich nur, wenn der Weg, um ein anderes Modell zu holen, einfach zu weit ist. Darum schrieb ich ja "im Gebirge".


    mfg Paul

  • Hallo Felix,


    dein Elektroniker meinte wahrscheinlich die Wago Klemmen aus der 221 Serie.

    Z.B, die 221-421 COMPACT. Das ist eine zweifach Klemme mit Klemmanschluss. (Eine wiegt ca. 2 Gramm)

    Diese Klemmen haben den Vorteil, dass man an einer Klemme unterschiedliche Querschnitte und Drahtarten

    kombinieren kann. Ein-und mehrdrähtig von 0,2 -4 mm²; feindrähtig (Litze) von 0,14 - 4mm²). Hierbei ( nur bei dieser Klemmart) darf die Litze

    NICHT mit einer Aderendhülse (Mäusepariser :-) ) versehen werden, da durch die Verformung beim Quetschen kein

    runder Querschnitt in der Klemme anliegt. Das wäre in der Wirkung eine Querschnittsverringerung des Drahtes. Diese Klemmen haben einen

    Hebel. Hebel nach oben, Draht einführen. Hebel nach unten, feste Verbindung in der Klemme. Im Gegensatz zu normalen Wago Klemmen (twist and pull, als drehen und ziehen) lässt sich der Draht leicht lösen. Einfach Hebel aufklappen, Draht ist locker. Leider ist eine Klemme ungefähr so groß wie ein Servosteckergehäuse.

    pro Servo benötigt man aber drei von diesen Klemmen. Ich denke, dass diese Klemme dadurch für uns eher ungeeignet ist.


    LG Bernd (der aus Gruiten)