• Hallo Manfred,

    mit dem Sperrholz bekommst Du aber ein größeres Problem am Knick in der Nasenleiste.

    Das Sperrholz kannst Du in diesem Bereich nicht dreidimensional verformen.

    Dort ist dann aufwändiges Schäften angesagt. Und dann ist die Einfachheit auch wieder dahin.

    Dann geht es doch wieder los mit Spachteln-Schleifen-Spachteln..............

    mfg Paul

  • Stimmt nicht Ralph! Ich habe mir große Mühe gegeben. Probiere es selbst aus. hammer

    Ich habe erst den Text geschrieben, und dann die Bilder in der richtigen Reihenfolge zum Text hochgeladen.

    Zuerst das erste Bild dann das zweite usw. Dann öffne ich die Seite und alles ist genau verkehrt. :cursing:

  • Danke Paul, für den Tipp. An der Nasenleiste hatte ich immer eine 5 mm Hartholzleiste. Und bei allen Flächen hat es immer funktioniert. ASW 20, ASW 17, mehrere Modi Tragflächen. Ich kann´s dir gerne genau erklären. trink3

  • Ich habe weiter gemacht:

    Vorbereiten zum Laminieren:

    Zuerst wird in die Formen 2 x mit Trennwachs aufgebracht und vorsichtig mit einem Lappen auspoliert. Nach meiner Erfahrung beim ASY reicht das. Es darf ja auch nicht zu stark trennen, damit sich das ausgehärtete Laminat nicht schon bei der Weiterverarbeitung aus den Formen löst.

    Auf die komplette Trennebene wird Malerkrepp aufgeklebt. Auf diesem wird später die Acryl Raupe für das Vakuum aufgetragen.

    Dann bereite ich am Abend vorher alles für den nächsten Tag zum Laminieren vor. Dazu wird alles so bereit gelegt, daß ich zügig hintereinander arbeiten kann.

  • Laminieren:

    Das Deckschicht Harz wird weiß eingefärbt und mit Aerosil sehr leicht angedickt. Anschließend mit der Farbrolle gleichmäßig in die Form aufgetragen.

    Damit später an der Nasenleiste durch die starke Krümmung der Kontur keine Luftblasen unter der Glas Gewebelage entstehen wird dort eine „Mumpen“ Raupe aufgetragen. Die Mumpe wird ebenfalls weiß eingefärbt und mit Aerosil so stark angedickt, daß sie sich wie weiche Butter streichen läßt. Nach dem Mischen wird die Mumpe in den Zipfel eines Plastikbeutels gefüllt. Die Spitze des Zipfels wird so abgeschnitten, daß eine Öffnung von ca. 2 mm Durchmesser entsteht. Damit wird die Mumpe direkt unterhalb der Trennebene an der Nasenleiste entlang aufgetragen. Mit dem Daumen (Handschuh anziehen) wird diese Raupe an der Nasenleiste entlang flach entlang geschoben, so daß sie an der Trennebene abschließt und flach in der Form ausläuft.

  • Die 1. Lage: Sehr dicht gewebtes Glasgewebe 105 gr/m²

    Dieses vorher nach Schablone zugeschnittenes Gewebe wird trocken an der Nasenleiste entlang eingelegt, und anschließend mit der trockenen Farbwalze so lange festgewalzt, bis das Gewebe gleichmäßig mit Harz getränkt ist. Diesen Arbeitsgang sorgfältig ausführen, damit später keine Luftblasen an der Oberfläche zu sehen sind. (2. Bild ist ASY Fläche)

  • Die 2. Lage: CF BIAX Gelege 90 gr/m²

    Der Arbeitstisch wird mit einer Plastikfolie 0,04 mm in dem Arbeitsbereich abgedeckt. Damit sie sich nicht verschiebt, wird sie an den Enden mit Malerkrepp angeheftet. Das vorher zugeschnittene Gelege 400 x 2000 mm wird darauf eingeharzt. Dazu klappe ich eine Hälfte nach hinten und trage mit der Farbrolle Harz auf die Plastikfolie auf. Dann wird das Gelege wieder auf die Folie geklappt und leicht angewalzt. Mit der anderen Hälfte verfahre ich ebenso. Jetzt liegt das Gelege fest auf der Folie. Mit der Rolle wird nun das Harz gleichmäßig auf das Gelege gewalzt. Beim Auftragen das Harz erst überall dünn auf der gesamten Fläche verteilen. Mehrere dünne Schichten auftragen ist besser als das Harz sofort dick an einer Stelle auftragen. Dann kann es nämlich passieren, daß man plötzlich für die restliche Fläche kein Harz mehr hat.

    Das ganze wird jetzt gleichmäßig mit Zeitungspapier abgedeckt, und mit einem Spachtel gleichmäßig angedrückt. Das schützt die Zuschnitt Schablone vor Harz.

    Gelege in die Form legen:

    Die aufgelegte Zuschnitt Schablone wird mit Eisenklötzen beschwert, damit sie nicht verrutscht. Mit dem Rollmesser wird nun an der Schablone entlang durch das Gelege und die Plastikfolie geschnitten. Das Zeitungspapier wird vom Zuschnitt entfernt und der Zuschnitt wird mit der Folie angehoben und mit der Folie nach oben in die Form gelegt. Angefangen an der Wurzelrippe und immer an der Nasenleiste entlang. Dabei soll das Gelege nicht über die Nasenleiste stehen. Das erspart späteres mühseliges zuschneiden. Ein geringer Überschuß liegt dann über der Endleiste in der „Blutrille“. Die Folie hat den Vorteil, daß man das Gelege anheben und bewegen kann, ohne daß sich das Gelege in der Kontur verändert. grinstop Liegt alles richtig, kann die Folie vorsichtig abgezogen werden. Jetzt wird das Gelege mit der Rolle in der Form angewalzt.

  • Stützstoff einlegen: (Neo Core)

    Dieser wurde ebenso vorher zugeschnitten und die Kanten abgeschrägt, damit das Laminat am Übergang besser anliegt. Bevor er in die Form eingelegt wird, wird das Gelege in der Form noch einmal mit einer dünnen Schicht Harz getränkt. (Rolle) Ich möchte einfach sicher gehen, daß der Stützstoff und die späteren Holmgurte eine gute Verbindung eingehen. Die Unterseite des Stützstoffes wird ebenfalls vor dem Einlegen mit Harz getränkt.

    Jetzt wird der Stützstoff im Nasenleistenbereich 10 mm von der Wurzelrippe und ca. 1 mm unterhalb der Trennebene eingelegt und von Hand leicht angedrückt.

    Im mittleren Bereich wird er genau nach einem festgelegten Maß von der Endleiste eingelegt. So ist gewährleistet, daß ca. 10 mm vor der Rudertrennung kein Stützstoff liegt. Der gerade Verlauf wird mit einem Lineal kontrolliert.

  • Holmgurte einlegen:

    Auch diese sind vorher zugeschnitten und verlaufen konisch. An der WR ca. 60 mm, und am Randbogen 15 mm breit. Insgesamt sind es 7 Lagen. Zwei davon gehen über die gesamte Länge, und 5 davon sind gleichmäßig abgestuft.

    Auf einer mit Folie abgedeckten Unterlage werden sie mit der Rolle eingeharzt und mit den langen Lagen beginnend eingelegt. Auch hier wieder beginnend 10 mm von der WR. Damit man später an der WR die ursprüngliche Profilkontur erhält, um die Anschlußrippe gleichmäßig einzukleben. Ein letztes Anwalzen garantiert eine gute Verbindung aller Fasern.

  • Innenlage: CF BIAX Gelege 90 gr/m²

    Hier hätte ich gerne 60 gr/m² laminiert, wie bei fast allen ASY Modellen. Leider ist BIAX Gelege unter 90 gr/m² nicht mehr zu bekommen. Und Glas kommt nicht in Frage. Es sollen CF Flächen werden. grinstop

    Die Stützstoff Oberseite und die gesamte Form wird jetzt noch einmal dünn mit der Rolle eingeharzt. Das vorher eingeharzte Gelege wird für die Innenlage ebenfalls mit der Schablone zugeschnitten. Allerdings wird diese Lage 10 mm schmaler (verschieben der Schablone) damit im Endleistenbereich nur eine Lage CF Gelege liegt. An der Nasenleiste und an der WR schließt die Innenlage mit der ersten CF Lage ab. So ist garantiert, daß die Endleiste beim Schließen der Formen nur 0,5 mm dick ist. Sie wird wieder genau wie die erste CF Lage mit der Folie zusammen eingelegt. Nach dem Abziehen der Folie wird diese Lage ebenfalls mit der Rolle angewalzt.

  • Lochfolie:

    Über diese Ganze wird eine perforierte Folie (Lochfolie) aufgelegt. Diese läßt sich später sehr leicht entfernen. Die Löcher garantieren ein gutes Entweichen der Luft beim späteren Vakuum ziehen. Allerdings gefällt mir die spätere glatte Oberfläche nicht. Habe da kein Vertrauen für eine gute Verklebung.

    Absaugpapier: (Toilettenpapier) Es gibt auch professionelles Fließ und dergleichen.

    Auf die Lochfolie werden drei Schichten Toilettenpapier gelegt. Durch das Papier kann die Luft sehr gut zum Absaugventil fließen. Und es nimmt überschüssiges Harz auf, welches durch den Anpressdruck durch die Lochfolie entweicht.

    Absaugfolie auflegen: Folie 0,04 mm

    Bevor die Absaugfolie zum Vakuum Ziehen aufgelegt wird, muß noch für eine Abdichtung gesorgt werden, damit sich die Folie auch in der Form anlegen kann. Dazu wird eine Acryl Raupe auf die Trenneben gelegt. Sie ist durch das Malerkrepp geschützt, und alles läßt sich später mit dem Abziehen des Malerkrepps entfernen. Jetzt wird die Folie faltenfrei aufgelegt und leicht an die Acrylraupe angedrückt.


    Vakuumpumpe:

    Pumpe einschalten und Absaugnippel auf angezeichneten Nadelstiche aufsetzen.

    Herrlich, wie sich die Folie in der Form anlegt. 0,8 bar! happy

    Andernfalls kommen schlagartig Schweißausbrüche, Hektik, fast Panik auf. Wo ist die undichte Stelle? Was habe ich dabei schon alles erlebt? Ist ein anderer langer Bericht. :cursing:

    So, jetzt 12 Stunden warten und dann Pumpe ausschalten.

    Für die, die jetzt Schweißausbrüche bekommen: hammer

    Nein, das Vakuum muß nicht reduziert werden! Man muß sich überlegen wo das Vakuum herrscht. Es befindet sich nur zwischen Formoberfläche (Packband) und Absaugfolie. Diese Verfahren hat nichts mit Styropor - Flächenbau zu tun. 4y   8)

  • Hallo Paul,

    Bin selbst gespannt, was noch alles passiert. 4y Du sagst doch selbst immer: "Wenn man (ni) nie was neues ausprobiert, kann keine Entwicklung stattfinden." 8)

  • Hallo Manni,

    super Bericht. Jetzt ahne ich auch, warum Toilettenpapier im Lockdown zur Mangelware geworden ist schläger

    Hast Du den Absaugnippel selber gebaut und wenn ja, wie?

    Bei R + G kosten solche Absauger an die 30 Euro. Selbstbau wäre da eine Alternative.

    Viele Grüße

    Dirk

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